Was kostet Laserscanning? – Ein realistischer Blick auf Preise und Einflussfaktoren
Die Nachfrage nach präzisen Bestandsaufnahmen steigt seit Jahren – und damit auch das Interesse an professionellem
Laserscanning. Doch viele Kunden stellen dieselbe Frage: „Was kostet Laserscanning eigentlich?“ Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Die Kosten hängen stark vom Gebäude, vom gewünschten Ergebnis und vom Detailierungsgrad ab. In diesem Beitrag zeige ich, welche Faktoren den Preis beeinflussen und warum manche Projekte günstiger und andere komplexer sind – inklusive eines konkreten Praxisbeispiels.
Warum Laserscanning nicht pauschal kalkulierbar ist
Laserscanning ist eine der präzisesten Methoden, um Gebäude millimetergenau zu erfassen. Doch jedes Gebäude ist anders – und genau das macht die Preisgestaltung so individuell. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind Größe, Komplexität, Oberflächen und der gewünschte Auswertungsumfang.
Größe und Komplexität des Gebäudes
Je größer das Gebäude, desto mehr Scanpositionen werden benötigt. Ein kleines Einfamilienhaus ist in wenigen Stunden erfasst, während ein Gewerbeobjekt mit mehreren Etagen deutlich mehr Zeit beansprucht. Auch die
Anzahl und Komplexität der Räume spielt eine Rolle: Viele kleine, verwinkelte Räume bedeuten mehr Scanpositionen und damit höheren Aufwand. Große, offene Hallen sind dagegen schneller zu scannen.
Spiegelnde Oberflächen und technische Anlagen
Ein weiterer Kostenfaktor sind
spiegelnde oder transparente Oberflächen wie Glas, Edelstahl, Fliesen oder polierte Maschinen. Sie reflektieren den Laserstrahl und können Messfehler verursachen. Das erfordert zusätzliche Scanpositionen oder manuelle Nacharbeit.
Hinzu kommt die Frage, ob nur die
Gebäudemaße erfasst werden sollen oder auch
technische Anlagen wie Rohrleitungen, Lüftungskanäle, Kabeltrassen oder Heizungsanlagen. Sind diese sichtbar, ist die Erfassung relativ einfach. Befinden sie sich jedoch hinter abgehängten Decken oder Verkleidungen, müssen entweder Bauteile geöffnet werden oder es bleiben Bereiche unvollständig – beides beeinflusst den Preis.
CAD-Pläne oder BIM-Modell – was soll am Ende geliefert werden?
Ein großer Unterschied bei den Kosten entsteht durch das gewünschte Ergebnis: Sollen aus der Punktwolke „nur“
CAD-Pläne entstehen oder ein vollständiges
BIM-Modell?
CAD-Pläne aus Laserscanning
Bei der Erstellung von
CAD-Plänen werden aus der Punktwolke klassische 2D-Unterlagen erzeugt, zum Beispiel Grundrisse, Schnitte und Ansichten. Hier geht es vor allem darum, die sichtbare Geometrie sauber nachzuzeichnen. Diese Leistung ist im Vergleich zu BIM-Modellen meist günstiger, da der Modellierungsaufwand geringer ist und der Fokus auf der Geometrie liegt.
BIM-Modelle aus Punktwolken
Ein
BIM-Modell (Building Information Modeling) ist deutlich aufwendiger. Statt einfacher Linien entstehen intelligente 3D-Bauteile mit Informationen zu Materialien, Bauteiltypen und Strukturen. Der Aufwand hängt stark vom gewünschten
Detailierungsgrad (LOD) ab:
- LOD 100–200: einfache Geometrie
- LOD 300: exakte Bauteile
- LOD 400: detasaa Bauteilinformationen
- LOD 500: dokumentationsreifer Digital Twin
Je höher der LOD, desto höher der Preis – dafür wird das
Gebäude digitalisiert auf einem Niveau, das langfristig enorme Vorteile für Planung und Betrieb bietet.
Praxisbeispiel: 5.000 m² über vier Etagen
Ein reales Projekt zeigt gut, wie unterschiedlich die Kosten ausfallen können. In einem Gebäude mit
5.000 m² Fläche über
vier Etagen wurden alle Bereiche per Laserscanning erfasst. Die Raumstruktur war normal, ohne extreme Spiegelungen, technische Anlagen waren teilweise sichtbar.
Für dieses Projekt habe ich:
- das gesamte Gebäude gescannt,
- die Punktwolke registriert,
- Grundrisse, Schnitte und Ansichten als CAD-Pläne erstellt.
Die
Gesamtkosten für die CAD-Pläne lagen bei etwa 7
.000 €.
Für dasselbe Gebäude wurde anschließend ein
BIM-Modell erstellt – hier lagen die Kosten bei rund
14.000 €. Der doppelte Preis ist typisch, da BIM deutlich mehr Modellierungsaufwand erfordert.
Detailierungsgrad: einfache Bestandsaufnahme oder Denkmalschutz?
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der gewünschte
Detailierungsgrad. Bei einer einfachen Bestandsaufnahme interessiert den Kunden oft nur: Welche Wand steht wo, in welcher Stärke, wo sind Fenster und Türen? Hier geht es um eine funktionale, aber schlanke Darstellung.
Bei
Denkmalschutzobjekten sieht das anders aus: Ornamente, Bögen, Stuck und historische Fassaden müssen oft deutlich detaillierter nachgezogen werden. Das erfordert mehr Zeit in der Auswertung und Modellierung – und wirkt sich entsprechend auf die Kosten aus.
Preisorientierung: Was kostet Laserscanning typischerweise?
Eine grobe Orientierung kann so aussehen (je nach Projekt stark variierend):
- Reines Scannen: ca. 1,00–2,50 €/m²
- Scannen + CAD-Pläne: ca.1,50–6,00 €/m²
- Scannen + BIM-Modell: ca. 3,00–15,00 €/m²
- Denkmalschutz / hohe Details: individuell, oft deutlich höher
Diese Werte sind Richtwerte – jedes Gebäude ist anders, und jede
Digitalisierung muss individuell betrachtet werden.
Falls sie ein Angebot für ein Projekt benötigen um zu schauen ob es für ihr Projekt in Frage kommt
kontaktieren Sie uns.
Beispiel eines Einfamilienhauses 140m² Ca 600€ Scan + CAD